26. November 2008

Un Caffè, per favore!



Da ich ja momentan in einer Kaffeebar in der Uni arbeite, hat mein Chef (= Kaffeeliebhaber und Barista) mir nahe gelegt, ich sollte mich doch ein wenig über den echten italienischen Kaffee informieren, und zwar mit Hilfe von Kaffeewiki.

kaffeebohnen

Dabei handelt sich um eine der abermillionen Sub-Wikipediae (oder so), ins Leben gerufen von Kaffeesüchtigen und -liebhabern, die der Welt beibringen wollen, wieso es in deutschen Cafés nur Plörre gibt. So langsam lerne ich da auch die kleinen, aber feinen Unterschiede ;) Jedenfalls finde ich die Internetseite sehr nett gemacht, vor allem auch nett geschrieben, es macht wirklich Spaß, sich das durchzulesen, da es weniger auf Ernsthaftigkeit und wissenschaftliche Ausdrucksweise als auf Spaß an der Sache und die Liebe zum Espresso ankommt. Von Kennern für Kenner und solche, die es noch werden wollen. Besonders zu empfehlen finde ich den Artikel übers Milchaufschäumen. Sehr humorvoll, aber kenntnisreich geschrieben! Tatsächlich keine einfache Sache, aber ich hoffe sehr, dass ich es irgendwann so gut beherrsche, dass ich mich an der Latte Art versuchen kann. Das ist wirklich eine Kunst für sich und ich finde es echt spannend, wieviel es über Kaffee zu wissen gibt und wie wenig man (oder zumindest ich) erst weiß. Unbedingt mal reinschauen, das Interesse kommt spätestens beim Lesen! :)

Das Foto stammt von der Homepage von Cream Berlin.

22. Oktober 2008

Mit Milchbrocken und Zucker, bitte



Ein ganz normaler Unitag, ich hole mir einen Kaffee in der Cafeteria, mit Milch und Zucker, trinke ihn, alles wunderbar – bis ich den letzten Schluck trinken will und einen Riesenschwall Milchbröckchen in meinem Mund spüre. So ekelhaft!!! Man hat nicht geschmeckt, dass die Milch schlecht war, aber es hat sich so widerlich angefühlt. Nie wieder kaufe ich mir da Kaffee, oder ich gehe mich das nächste Mal einfach direkt beschweren. Ich fand es aber echt zu eklig, als dass ich die bröckelige Milch da noch groß herumzeigen und auf den Tisch hauen wollte. Bah bah bah.

10. März 2008

Eine Reise nach Mailand



Lieber Blog,
gestern bin ich von einem Kurztrip nach Mailand wiedergekommen. Ich habe dort mit Chrissy und Jojo die liebe Sophia besucht, die dort momentan ein Auslandssemester macht. Es waren eine sehr ereignisreiche und viel zu kurze Reise und ich werde versuchen, alles so anschaulich wie möglich zu erzählen.

Donnerstag, 6. März 2008
Um 12:30 sollte unser Flug von Weeze aus nach Mailand gehen, doch erst einmal hieß es von Münster nach Weeze kommen. Das sollte eigentlich nicht allzu schwer sein, wir haben uns zu dritt ein Schöner-Tag-Ticket gekauft und machten es uns voller Vorfreude um halb acht im Zug bequem. Als dann jedoch Mr. Arschloch-Schaffner kam und verkündete, unser Ticket sei erst ab 9h gültig – “Sie reisen ohne gültigen Fahrschein, meine Damen.” -, fiel die Stimmung innerhalb von Sekunden Richtung Keller. Der Schaffner war die Freundlichkeit in Person und berechnete uns jeweils die Kleinigkeit von 20,10€ (!) für die Strecke bis Krefeld (!), ab da galt ja unser Ticket wieder. Wir haben also mal eben über 30€ für eine kleine lächerliche Zugfahrt bezahlt. Gut, wir hätten es uns durchlesen sollen, aber wäre es nicht genug gewesen, uns die Differenz zu berechnen?! Ich könnte der Bahn in den Hintern treten!
Nunja, irgendwann kamen wir auch in Weeze an und verbrachten die Zeit bis zum Boarding mit lustigen Spielen wie Ich packe meinen Koffer, den wir mit Brot, Jacke, Colakrachern, einem Sack Geld, der nie leer wird, Döner, Kaffee, Massagegerät und vielem mehr füllten. Das Brot deswegen, weil ich tatsächlich eins für Sophia im Koffer hatte und was bei der Sicherheitskontrolle irgendwie die Aufmerksamkeit des Sicherheitsbeamten erregte, der “rein interessenhalber” in meinen Koffer schauen wollte. Nunja.
Der Flug war lustig und verging gewissermaßen fliegend, höhö, und wir fuhren mit dem Shuttlebus zum Bahnhof in Milano. Dort trafen wir nach einigem Hin und Her endlich Sophia – oh welch Freude :) – und machten uns auf den Weg zum Hostal. Der erste Eindruck desselben war ok, im Nachhinein war es schon ziemlich schabrackig, aber für drei Nächte durchaus in Ordnung.
Weil Sophia am selben Abend noch eine Vorlesung hatte, haben wir uns auf den Weg Richtung Stadt gemacht – zu Fuß, weil die Metro nicht fuhr, weil wohl jemand auf die Gleise geraten war, man weiß es nicht … Sophia ist dann zur Uni gegangen, während wir uns im Burger King am Dom ein wenig entspannt haben. Anschließend wollten wir einen Supermarkt finden, um Wasser etc. zu kaufen, haben mehrere Leute nach dem Weg gefragt und so direkt die Bekanntschaft mit einem italienischen Schauspieler namens Giuliano gemacht. Ich habe ihn gerade mal gegooglet – und tatsächlich gefunden! Das gibt es ja nicht! Also hier: der nette Giuliano Brunazzi, der uns den Weg gezeigt hat ;)
Nachdem wir uns im Supermarkt mit lebenswichtigen Utensilien eingedeckt hatten, gingen wir zurück zum Duomo, weil wir uns da mit Sophia treffen wollten. Die Wartezeit verging ziemlich schnell, nachdem Chrissy und Jojo sich einen Winz-Kaffee bzw. Espresso (der in Italien nunmal caffè heißt!) für die Kleinigkeit von 3€ genehmigt hatten ;)
Mit Sophia sind wir dann in ein absolut tolles Schokoladencafé gegangen, wo man Eis essen oder richtig dickflüssige heiße Schokolade trinken konnte. Und damit haben wir unseren ersten Tag dann auch abgeschlossen, sind relativ früh ins Bett gegangen und Chrissy hat wohl so schlecht wie lange nicht mehr geschlafen, da sie die Erste war, die auf dem Drahtbettgestell mit durchgelegener Matratze schlafen musste.

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Freitag, 7. März 2008
Der Tag begann mit der Erkenntnis, dass wir im Hostel wohl kein Frühstück bekommen würden, wie uns der Rezeptionist am Abend vorher lächelnd mitteilte (It’s not included.), also kauften wir uns ein leckeres Panino in der Bar nebenan. Erstaunlich, wie weit wir mit unserem Schul-Italienisch gekommen sind! Später haben wir uns dann mit Sophia wieder am Duomo getroffen. Da bis zu ihrer Vorlesung noch eine gute Stunde Zeit war, haben wir zunächst dem ungeheuer teuren Kaufhaus La Rinascente einen Besuch abgestattet. Bei den Preisen fällt einem wirklich die Kinnlade herunter. Z.B. gibt es da ein schlichtes, dunkelblaues Hemdchen für die Kleinigkeit von 250€. Oder ein Kleid für 1250€. Oder einen wirklich günstigen Gürtel für 70€. Der wäre ja tatsächlich noch erschwinglich, aber ernsthaft: für einen Gürtel?! Und da gehen Menschen tatsächlich shoppen! Das ist und bleibt mir ein Rätsel, wie Leute guten Gewissens mehrere Hunnis für eine läppische Bluse hinblättern können!
Nunja, als wir dann – überraschenderweise ohne etwas zu kaufen – aus dem Kaufhaus herauskamen, führte uns Sophia zu ihrer Uni. Ein ganz anderes Mailand! Hier sah man stinknormale Studenten in Jeans und Turnschuhen durch die Straßen laufen, Piercings waren an der Tagesordnung und in dem netten Studentencafé gab es Cappuccino zu Normalo-Preisen. Die Atmosphäre da sagte mir auch um Einiges mehr zu als die in dem Luxus-Kaufhaus. Doch, es war wirklich nett dort :) Dann hat uns Sophia noch ihre Uni gezeigt – ein wirklich schönes Gebäude, mit Innenhof! Das hatte echt was. Wir sind dann mit in eine Vorlesung gegangen, die so unglaublich langweilig war und bei der man einfach nichts verstanden hat, weil der Prof wahnsinnig schnell geredet hat. Die Italiener hingen allerdings an seinen Lippen und schrieben tatsächlich die ganze Zeit mit. Respekt! Wir haben eher Galgenmännchen gespielt, was auch durchaus lustig war ;)
Nach der Vorlesung sind wir vier zusammen mit Erika, einer Freundin von Sophia, die auch in Nimwegen studiert, einkaufen gegangen, um dann bei Sophia im Nonnenwohnheim zu kochen. Endlich wieder etwas Richtiges! Es gab natürlich Spaghetti mit einer Fertig-Tomatensoße und Salat. Und zum Nachtisch gab es eine unglaublich schokoladige, hammergeile Schokotorte – nur gut! :) Das Wohnheim an sich ist riesig, Sophias Zimmer eher klein und spartanisch eingerichtet, überall hängen christliche Bilder und es gibt einfach keine Männer. Also nein, für mich wär das nichts! :D Aber was solls, für ein paar Monate ist es durchaus ok.
Anschließend sind Jojo, Chrissy und ich zurück ins Hostal gegangen, wo wir uns weintrinkender- und musikhörenderweise für die Erasmusparty fertig gemacht haben. Es war wirklich lustig, und Sophia ist später auch noch zu uns gestoßen.
Das Programm des Abends sah als erstes einen Aperativo in einer Bar vor, also trinken mit Buffet inklusive. Das war ganz lustig und lecker, allerdings zog es sich ein wenig hin und wir waren ganz froh, als schließlich alle zur Disko aufbrachen. Ein Italiener, mit dem wir uns den ganzen Abend unterhalten hatten, bot uns an, uns mit dem Auto zu der Party zu fahren. Haben wir auch angenommen, allerdings ist Autofahren in Mailand so eine Sache und so ging es nicht wesentlich schneller, als wenn wir den Weg zu Fuß gegangen wären. Immerhin mussten wir nicht so viel laufen ;) Das MyBali war dann eine Großraumdisko, wie ich sie normalerweise meide. Immerhin gab es zu dem Eintritt vier Freigetränke und angeblich sollte es eine Rockarea geben, die allerdings zu Anfang alles andere als Rock spielte, und in dem großen Raum wurde ausschließlich House, Blackmusic und Techno gespielt. Ich muss sagen, ich war schon ziemlich angepisst. Das änderte sich, als in der Rockarea tatsächlich gute Musik gespielt wurde und es anfing, ein wenig leerer zu werden. Vorher war es wirklich unerträglich voll. Als dann ein paar Leute anfingen zu pogen, war ich natürlich sofort dabei. Allerdings bestand der Boden aus Fliesen, die irgendwann ein wenig rutschig wurden, und so war es wenig überraschend, dass ich einige blaue Flecken davon trug. Nunja, so ist das eben ;) Die Italiener waren wie erwartet unglaublich aufdringlich, schworen einem nach einem kurzen Gespräch ewige Liebe und waren tödlich beleidigt, wenn man diese heißen Gefühlsausbrüche nicht erwiederte.
Im Endeffekt waren wir um 5h im Bett, müde, erschöpft, aber auf einen sehr schönen Tag zurückblickend :)

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Es ist wirklich unglaublich, dass es bis dahin nur anderthalb Tage waren, die wir in Milano verbrachten. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht!

Samstag, 8. März 2008
Nach der langen Partynacht war am dritten Tag unserer Reise erstmal Ausschlafen angesagt. Chrissy und Jojo wachten mit Kopfschmerzen auf, wovon ich zum Glück verschont blieb. Jojo stellte dann noch irgendwann fest, dass sie in eine Schraube getreten sein musste, die sich in die Sohle von ihrem Turnschuh bohrte! Kein Wunder, dass es sie am Fuß gedrückt hatte :D
Insgesamt fing dieser Tag ein wenig langsamer an als der letzte, aber nichtsdestotrotz wollten wir unser Kulturprogramm fortsetzen. Also trafen wir uns mit Sophia, die ebenso müde war wie wir, am Dom. Wir wollten zum Castello Sforzesco, machten aber erst einmal Halt bei Mäkkes, um ein wenig wacher zu werden. Anschließend zeigte Sophia uns den Mosaik-Boden in der Galleria, und erklärte uns das Ritual, nach dem man sich mit der Hacke auf den Genetalien des ins Mosaik eingelassenen Stiers einmal drehen sollte. Dabei musste man sich etwas wünschen, das selbstverständlich in Erfüllung geht! Natürlich haben wir das alle sofort gemacht, aber meinen Wunsch verrate ich nicht ;) Eine schöne Tradition, so hat man einmal im Leben einen Grund, einem Stier in die Eier zu treten. Ähäm. :D Nachdem wir uns alle gedreht und etwas gewünscht hatten, ging es weiter in die Stadt, ein bisschen shoppen muss eben sein, und dann mit der Metro zum Castello. Das war auch beeindruckend groß und alt und so ;) Doch, es war schon ganz schön da, besonders der Park drumherum, wobei das im Sommer noch ganz anders wirken muss.
Hinterher sind wir noch schnell zum Supermarkt gegangen und haben uns dort dann auch von Sophia verabschiedet. Wir waren alle einfach viel zu fertig – leider. Aber nunja :)
Chrissy, Jojo und ich sind dann zurück zum Hostal spaziert, haben uns ein bisschen ausgeruht und sind abends wieder losgetigert zu Le Naviglie, was laut Fremdenführer das angesagte Viertel der Jugend Mailands ist. Es waren auch ungewöhnlich viele junge Leute dort und nachdem wir uns ein wenig umgesehen hatten, entschieden wir uns für das Restaurant Woodstock, was sehr zu empfehlen ist! Faire Preise, leckeres Essen, große Portionen, urgemütlich, und lauter Italiener aller Generationen – man hat das Gefühl, sich im Herzen Italiens zu befinden :) Am selben Tisch wie wir saß ein junges Pärchen und irgendwann sprach uns das Mädel auf perfektem Hochdeutsch an, erzählt uns, sie sei am Gardasee aufgewachsen, weil ihre Eltern dort ein Hotel haben, etc., etc. Sehr nett, wenn auch ein wenig überheblich. Aber nett :) Insgesamt war es mit dem Eis zum Nachtisch ein sehr schöner Abschluss unserer Tour!

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Der letzte Tag bestand eigentlich nur aus der Rückfahrt, die sich ewig hinzuziehen schien. Wir waren wirklich erschöpft: so viele neue Eindrücke, so viel herumgelaufen, italienisch gesprochen, neue Bekanntschaften gemacht, Sophia wiedergesehen etc. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich würde es jederzeit wieder machen und irgendwie ist es völlig unrealistisch, dass ich überhaupt weg war. So schnell ist die Zeit vergangen! Ich habe versucht, alles Wichtige in Kurzform zu erzählen, aber dabei habe ich mit Sicherheit ein paar Sachen vergessen. Ich konnte mich leider auch nicht dazu durchringen, einige Sachen wegzulassen, was zu dem – ich gebe zu – etwas weiten Ausmaß dieses Eintrags geführt hat. Zumindest einen Eindruck konnte man sicher gewinnen, und das ist ja schon mal etwas.

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Bis bald, lieber Blog!
Deine Vreni

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