Die physikBlog-Expedition zum Science Express
Jeder, der mich halbwegs gut kennt, weiß, dass ich mich von allem, was aus Formeln, Atomen oder Elektronen besteht, möglichst fern halte. Mein physikalisches Wissen bezieht sich im Großen und Ganzen auf die Fähigkeit, eine Glühbirne zu wechseln, die Milchkanne so zu schwenken, dass die Milch nicht herausschwappt (Fliehkraft und so, jaha!), und einen Stromkreis à la Physikunterricht zu zeichnen1. Gut, vielleicht noch das ein oder andere mehr, aber wenn es ins Detail geht, schalte ich auf Durchzug. Es gibt doch wirklich nichts Langweiligeres!
Nun traf es sich aber, dass sich bei der pl0gbar in Aachen die Physiker tummeln und der Andi und der André gleichzeitig die Betreiber des physikBlogs sind. Ich hab mir diesen Blog bisher nicht wirklich angeschaut (weil Thema Physik und langweilig und so), aber jetzt haben die beiden die erste physikBlog-Exkursion angeleiert, und – Tatsache! – ich war mit dabei.
Ziel des Ausflugs war der Aachener Hauptbahnhof, an dem zur Zeit der Science Express Halt macht. Dieser umgebaute Zug tourt derzeit im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2009 quer durch Deutschland und in seinem Inneren befindet sich allerhand Ausstellungsgedöns zur Wissenschaft an sich. Sprich: Physik, Chemie, Medizin, Biologie, Technologie, alles ist dort vertreten. Hört sich ja auch eigentlich ganz cool an!
Die Exkursion startete heute um 14h und fühlte sich tatsächlich irgendwie an wie ein Klassenausflug oder so etwas. Andi und André – als die Chefs usw. – kamen beide in seriösem Partnerlook und ich hatte unter den ganzen Naturwissenschaftlern etwas das Gefühl, der einzige Laie zu sein. Aber tatsächlich war es ganz interessant! Auch für Laien.
Gut, die ersten drei Waggons fand ich echt nicht so pralle. Atome, Geräte, um Licht in der Erde zu messen, andere Geräte, deren Sinn sich mir verschloss, Zellstrukturen, Urknalltheorien. Natürlich alles sehr nett gemacht, aber das ist einfach nicht so meine Materie. Danach fand ich es allerdings immer interessanter. Da ging es um Gehirnfunktionen, Globalisierung durch digitale Netzwerke, neue Technologien, Roboter, zukünftige Ressourcen für Energie und Nahrung2, die Auswirkungen des Klimawandels, Mobilität und die Zukunft der modernen Gesellschaft. Zwischendurch konnte man sich bei Führungen einklinken und ein bisschen den Ausführungen des Führers lauschen; da hatte ich dann tatsächlich das Gefühl, ich lerne etwas.
Also ich muss sagen, ich bin wirklich positiv überrascht! Die ganzen aufgezählten Themengebiete zähle ich irgendwie gar nicht so zur Wissenschaft an sich, für mich sind das immer nur die großen drei Naturwissenschaften. Aber es gibt ja eigentlich noch viel mehr, vor allem eben auch Dinge, die tatsächlich relevant sein können oder es schon sind. Und natürlich ist das ganze Interieur des Zuges sehr nett gemacht, man kann viel selber ausprobieren und sich alles genau anschauen. Nur leider ist es, da es eben immer noch ein Zug ist, ziemlich eng. Vor allem, wenn Schulkinder durch die Gänge toben. Aber das lässt sich ja nicht vermeiden. Und mit dem Interesse für Wissenschaft kann man ja nie früh genug anfangen – und nie zu spät! ;)
