Freundschaft
Mir wird immer häufiger schmerzlich bewusst, dass sich die Zeit in Aachen stark dem Ende zuneigt. Die letzte Woche war schon geprägt von Gefühlsregungen aller Art. Trotz unheimlichem Stress war da dieser Drang, noch so viel Zeit wie möglich mit den Freunden zu verbringen, ganz besonders mit Maike, da sie heute schon mehr oder weniger ihre Zelte in Aachen abgebrochen hat. Deshalb wurde bei ihr gestern auch groß gefeiert, buchstäblich bis zum Morgengrauen, und über dieser Party hing den ganzen Abend über die Freundschaft, die die meisten von uns während der letzten drei Jahre verband. Ich habe sie alle so lieb gewonnen, die einen ganz besonders, die anderen, weil sie eben dazu gehören, aber jeden auf seine Art. Und es fällt mir unheimlich schwer, zu glauben, dass ich sie alle in etwa einem Monat nie wieder oder nur noch ganz selten sehen werde. Dass es dann vorbei ist mit spontanem Kaffeetrinken, endlosen Gesprächen und verrückten Aktionen, die uns alle so zusammengeschweißt haben. Diese drei Jahre sind vergangen wie im Flug und ich kann gar nicht sagen, wie traurig ich bin, dass das alles schon zuende sein soll. Diese Zeit war so intensiv; sie begann für jeden mit einer großen Unsicherheit, die mehr und mehr in ein Gefühl der Geborgenheit und des Sich-Wohlfühlens umschlug. So langsam kommt eine neue Unsicherheit auf uns zu, doch diesmal ist sie vor allem mit dem Gefühl gekoppelt, etwas ganz Wertvolles hinter sich lassen zu müssen. Diese Zeit in Aachen ist für mich verbunden mit so vielen Ereignissen: traurigen, wunderschönen, abgefahrenen, unglaublich witzigen, skurrilen, furchtbaren, aber nie belanglosen. Ich habe diese Zeit in mich aufgesogen und werde immer wieder davon zehren können, doch überwiegt momentan das Gefühl der Traurigkeit und der Wehmut.
Maike, Anne, Lukas, Anja, Alisha, Romy, Kay, Markus, Nina, Isa, Sonja, Dinah – das hier ist für euch. Ich danke euch von ganzem Herzen für die wunderschönen letzten drei Jahre, für eure Unterstützung, eure offenen Ohren und den Spaß, den wir zusammen hatten. Ich wünschte, diese Zeit würde noch ewig dauern, und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich euch vermissen werde. Ihr seid alle so ungalublich toll und ihr habt nur das Beste auf dieser Welt verdient. Bitte bleibt, wie ihr seid, lasst euch nicht unterkriegen und haltet die Ohren steif. Ich werde die Zeit mit euch nie vergessen, und ich hoffe, dass ihr mich und ich euch auch in der neu anbrechenden Zeit ein Stück weit begleiten werdet. Danke für eure Freundschaft.

Kommentare
Hallo liebe Verena, mit Verlaub kommentiere ich deinen Artikel des momentanen Leids. Ich kann mich sehr gut in Deine Lage hinein versetzen. Gute Freunde zu verlieren ist niemals schön und von Trauer und Schmerz umwogen. Doch lasse Dir eines sagen, die schönen Erinnerungen werden für immer in Dir wohnen, sie werden Dich Dein ganzes Leben begleiten und Dir in guten wie in schlechten Zeiten zu Glück verhelfen. Jede Lebenslage hat ihre Zeit, nur leider ist die Zeit nicht endlos und alles geht ein mal von uns. Sei Stolz auf so tolle Freunde und schätze Dich glücklich sie kennengelernt zu haben. Sie werden nicht aus der Welt sein und eines Tages werdet ihr euch bestimmt Wiedersehen, bis dahin gibt es ja auch noch Handys, Computer u.s.w.. Lass bitte den Kopf nicht hängen, versprochen?
Liebe Grüße
Tobi
Verfasst von: Tobi | 22. Juni 2009, 00:31
Da ich das ganze mit einem engen Freundeskreis aus der Schule kenne: Wenn man sich nach mehreren Monaten bis einem ganzen Jahr des Nicht-Sehens wieder trifft und feststellt, dass alles irgendwie doch wie früher ist und die Gespräche einfach laufen — das ist ein sehr beruhigendes Gefühl. Und dann ist es auch irgendwie nicht so schlimm, dass man in anderen Städten wohnt.
Außerdem findet man ja ständig neue nette Menschen :)
Verfasst von: André | 22. Juni 2009, 23:54