“Viel Lärm um nichts” präsentiert vom Poetischen Anfall
Heute Abend habe ich mir die dritte Aufführung des Poetischen Anfalls von Shakespeare’s Viel Lärm um nichts angesehen. Das Stück wurde in Szene gesetzt von der Theatergruppe der RWTH, die in Eigenregie die Komödie auf die Beine gestellt hat.
Erfahren hatte ich davon schon vor einiger Zeit von Dinah, die in dem Stück die Hero spielt und mir schon Einiges von den Proben und sonstigen Vorbereitungen erzählt hatte.
Nun, ich brannte natürlich darauf, das Ganze mit eigenen Augen zu sehen und heute war es dann endlich so weit. Und ich kann nur sagen: Ich bin schwer begeistert!
Das Theaterstück ist urkomisch, ich habe gelacht bis zum Umfallen, und an den dramatischen Stellen empathisch mitgefiebert, vor allem, als Dinah alias Hero schluchzend am Boden lag. Ich wäre am liebsten auf die Bühne gestürmt, um sie zu trösten!
Die Rollen waren einfach fantastisch besetzt: Jedem schien seine Rolle wie auf den Leib geschneidert; und das, obwohl viele Frauen Männerrollen übernehmen mussten – was zu Shakespeare’s Zeiten selbstverständlich undenkbar gewesen wäre und dort umgekehrt praktiziert wurde.
Die Hauptrollen überzeugten durch ausgeprägte Mimik und rhetorische Fähigkeiten – so z.B. Benedikt, Beatrice und Don Pedro.
Aber auch die kleinsten Rollen waren unentbehrlich. So der “Busch”, der eine große Fangemeinschaft im Publikum sitzen hatte, die Wächter, allen voran Holzapfel – zum Schreien komisch, das muss man erlebt haben! -, aber auch der Bruder des Leonato. Sie alle wurden ihren Rollen mehr als gerecht und holten heraus, was herauszuholen war.
Die Kulisse war sehr schlicht, aber ausreichend; Mimik, Gestik und Darstellungsweise der Schauspieler reichten im Grunde, um die Geschichte aufleben zu lassen. Licht und Ton waren sehr gut auf die Szenen abgestimmt, besonders dann, wenn sich die Handlung dramatisch zuspitzte, oder aber auch durch eine Twisteinlage aller Beteilgten aufgelockert wurde. Es wurde sogar mit Schwarzlicht gearbeitet, was dem “Maskenball” noch einmal eine ganz andere Note verlieh.
Umso mehr Beachtung verdient diese Theaterinszenierung, da sie komplett von Laienschauspielern hervorgebracht wurde, ohne professionelle Hilfe oder Anleitung durch einen erfahrenen Theatermenschen. Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen, und so verschwindet auch jeder kleine Versprecher unter dem tosenden Applaus und Gelächter des Publikums.
Ich glaube, ich seh mir das Spektakel noch einmal an! :)
Bis Samstag wird es noch drei Aufführungen geben. Wenn ihr also wieder einmal von Herzen lachen möchtet, lege ich euch nahe, dem Poetischen Anfall einen Besuch abzustatten.
Wann? 27., 29. und 30. Mai 2009, 20h
Wo? Theatersaal der Hauptmensa, Turmstr. 3, Aachen
Eintritt: 5€, Karten gibt es beim AStA zu kaufen
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Auf der Homepage der Theatergruppe gibt es auch Fotos und aktuelle Pressemeldungen.
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