Dylan, Hotdogs – und die Liebe
Vor einer Woche habe ich mir im Kino der Berliner Kulturbrauerei mit Martin den Film Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe angesehen. Ich war schon vor Filmstart Feuer und Flamme, da der Film von Leander Haußmann gedreht wurde und somit ein Nachfolger u.a. von Herr Lehmann ist und Element of Crime den Soundtrack zum Film beisteuerten. Zudem war der Trailer mehr als vielversprechend!
Langer Rede, kurzer Sinn, wir haben uns mit Eis und Nachos ausgerüstet diesen Film angesehen. Und was soll ich sagen – ich habe gelacht, geweint, war empört und zutiest bewegt. Auch wenn der Protagonist Robert Zimmermann irgendwie ein Klugscheißer mit furchtbarem Kleidungsstil war, hatte er doch wirklich Charme und gewann so spätestens, als er sich mit dem Tetrapack-Getränk des Penners Flecken auf seinen Anzug spritzte, meine Sympathie. Der Film lebt von kleinen, menschlichen Details. Irgendwie sind alle Charaktere verrückt, der normale Durschnittsbürger existiert hier nicht. NERDs, lesbische Kampfamazonen, singende Schnellreinigungsfrauen, ein Vater, der gern jünger wär, aber Muttis Apfelmus über alles liebt – und mitten drin Robert, der das Schicksal hat, nach Bob Dylan benannt worden zu sein und sich schon sehr viel älter fühlt, als er ist – und Monika, die wirklich gut aussieht, Ausstrahlung besitzt und von dem Grünschnabel Robert um den Finger gewickelt wird. Und obwohl alle Charaktere mindestens eine Marotte haben sind sie doch so liebenswürdig, dass es weh tut, sie verletzt zu sehen. Denn das gehört eben zum Leben dazu – verletzt zu werden. Aber eben auch geliebt. Und um dieses Duo geht es eben: Die Liebe und die Enttäuschung, Freude und Verzweiflung, Jung und Alt, Wunsch und Realität. Haußmann bringt all diese Gegensatzpaare wunderbar unter einen Hut, er schafft es, das Leben mit all seinen Tücken zu zeichnen und dennoch optimistisch zu bleiben. Ja, es gibt die wahre Liebe, man muss nur darum kämpfen, darf nicht aufgeben, und sich von keinen äußeren Umständen vom Gegenteil überzeugen lassen. Das war für mich die über allem schwebende Botschaft dieses einzigartigen Films.
Natürlich wäre der Film nicht das, was er ist, wenn es nicht diesen wunderbaren, großartigen, bewegenden und zum Träumen schönen Soundtrack gäbe. Nachdem ich mir bei Youtube immer wieder das Titellied anhören musste, habe ich mir nun gestern endlich die CD zum Film gekauft und sie mittlerweile schon drei- oder viermal durchgehört. Element of Crime wie man sie kennt. Mit vielen Wort-Bildern treffen sie es einfach auf den Punkt, das Gesehene wird zum Gehörten, sie verwandeln Haußmanns Bilder in Regener’sche Worte, Texte, Lieder. Vier unendlich schöne Lieder von Element of Crime haben es auf diese CD geschafft, daneben einige Instrumental-Stücke sowie Künstler wie Vladimir Vissotski, Ed Csupkay, Donovan und Lexy & K. Paul. Allerdings finde ich drei Stücke auf dieser CD ziemlich störend, nämlich besagte Lexy & K. Paul, Tiefschwarz und Amos. Elektronik vom Feinsten, möchte ich sagen, aber irgendwie nicht das, was der Film mir vermittelt hat. Natürlich kommen diese Lieder im Film auch vor, aber wahrscheinlich habe ich sie schnell wieder vergessen, oder ich habe sie nicht einmal bewusst bemerkt! Hier war der Film stärker – oder die Musik nicht stark genug. Im Gegensatz zu Element of Crime, die eins mit dem Film wurden, bei denen eine Symbiose stattfand, die der Grund dafür war, dass der Film für mich so ein Erfolg war und wieso ich mir den Soundtrack gekauft habe.
Ein weiterer guter Grund, diese CD zu besitzen, sind übrigens die Kommentare im Booklet von Leander Haußmann einerseits und von Sven Regener andererseits. Ein großes Stück Musik, Film und Text! Oder um es mit den Worten von Leander Haußmann zu formulieren:
Film gucken, CD hören und nicht aufhör’n mit dem Wundern.
Kluge Worte eines klugen Mannes!