De Beschaving 2008
Gestern war der große Tag, auf den ich mich so gefreut hatte, seit Sophia mir “davon”:http://vreni.dasblogt.de/article/222/utrecht-rockt-den-sommerutrecht-rockt-den-sommer erzählte. Gestern sind Kris, Sophia und ich nach Utrecht zu de Beschaving gefahren!
Leider haben wir uns schon direkt zu Anfang verfahren und weil wir sowieso ziemlich spät losgekommen waren (…), haben wir dann leider die erste Band des Tages verpasst, Friska Viljor. Wirklich schade, aber wir haben es ja schließlich doch noch geschafft und sind so pünktlich zu Get Cape. Wear Cape. Fly. beim Festivalgelände angekommen, d.h. Sophia und Kris haben sich stattdessen Pete and the Pirates angeguckt, die wohl auch sehr toll waren. Get Cape usw. haben mir jedenfalls sehr gut gefallen, viel besser als auf Platte! Wirklich sehr schöne Live-Lieder :)
Bevor ich jetzt noch weiter von den Bands erzähle, muss ich noch eben anmerken, wie unglaublich nett das ganze Festival gestaltet war! Bunt war die dominierende Farbe: überall wehten Fähnchen, bunte Zelte, in denen sich die Bühnen befanden, überall Blümchen und nette Kleinigkeiten. Es gab neben dem üblichen Merchandise-Stand auch eine ganze Reihe anderer Stände, die Schmuck oder Klamotten verkauft haben, sowie zahlreiche Fressbuden, die aber auch alle so süß gestaltet waren. In einer großen Pfütze schwammen ganz viele Gummienten! Es gab Sofas, richtige weiche Sofas, auf denen man sich ausruhen konnte, und die mit Blümchen verziert waren, man konnte Dosenwerfen machen und Twister spielen. Einfach nur süß!!! :)
Dicker Minusepunkt waren allerdings die Preise: 2€ für 0,2l Bier, Cola oder sogar Wasser, und 4€ für ein olles Baguette mit Käse oder einen Pfannekuchen sind eben echt happig! Außerdem haben sich die Veranstalter selbst damit ins Bein geschnitten, dass es keine Pfandbecher gab. So sah der gesamte Platz hinterher aus wie eine Müllhalde, weil es zu wenig Mülleimer gab und es den Leuten meistens auch völlig egal war. Teilweise waren die Bandauftritte auch echt schlecht getimed, z.B. konnte man bei I am Kloot die ganze Zeit den Bass aus dem Partyzelt hören … schon scheiße sowas. Nunja :) Weiter im Text!

Als nächstes wollten wir uns Air Traffic angucken. Allerdings kam der Auftritt nicht zustande, weil der Sänger aus ominösen Gründen in Paris war. Versteh das, wer will :D Schade drum. Also haben wir uns die Zeit damit vertrieben, ein bisschen rumzugucken und ich habe es nach langem Hin und Her tatsächlich geschafft, Sophia hinter die Fotostellwand zu kriegen, damit wir beide unsere Köpfe durch die Löcher stecken und ein Foto davon machen :) Ich fands einfach super! Später am Abend haben zwei Vollhonks ihre Hintern durch das Kopfloch gesteckt … nunja, war ja zu erwarten irgendwie :D
Wir haben uns dann ein bisschen den Auftritt von Hit Me TV angeschaut. Ich fand sie nicht schlecht, aber es hat mich jetzt auch nicht von den Socken gerissen.
Dafür war Adam Green umso besser! In sehr kurzem, weißen Langarmshirt mit schwarzen Troddeln an den Ärmeln kam er auf die Bühne, einfach nur total bekloppt, aber unglaublich sympathisch! Und der Mann hat eine Wahnsinnsstimme! Dafür irgendwie kein Rhythmusgefühl. Jedenfalls bewegte er sich ohne irgendeinen Bezug zur Musik über die Bühne, Arme und Beine irgendwie in die Luft schwenkend. Egal! Ich fand ich super :)
Nach Adam Green wollten wir uns The Dodos ansehen. Die haben ja auch schon auf dem Haldern gespielt, aber irgendwie fand ich sie immer noch nicht so umwerfend, sondern eher langweilig … vielleicht muss man sich da auch nur reinhören, ich weiß es nicht. Dem Auftritt haben wir aber eher sitzend beigewohnt, denn da war er, der müde Punkt ;) Wir sind dann ein wenig rumgelaufen, haben uns die Stände angeguckt, ein bisschen bei Mystery Jets zugehört, und dann ging es ins große Zelt zu Kaizers Orchestra.
Während Kris und Sophia eher am Rand blieben, stellte ich mich mitten in die Menge – auf diesen Auftritt hatte ich mich schon so gefreut! Und dann kamen sie auf die Bühne – Totengräbern gleich, alle in schwarz und keine Miene verziehend, nur der Sänger begrüßte lachend das Publikum. Der Organist, der am totengräberähnlichsten aussah – schlug in die Tasten und stimmte damit Ompa til du dør an. So gut! Ich war vollkommen fasziniert. Im Laufe des Konzerts schlugen Gitarrist und E-Bassist sowie der Organist im Takt mit Eisenstangen auf Blechfässer ein und erzeugten damit diesen einzigartigen Kaizers-Sound. Ein anderes Mal sprang der Sänger auf eins der Fässer, dann wieder Gitarrist und E-Bassist, die ihre Instrumente auf den Fässern stehend bearbeiteten. Sie spielten ziemlich viele Lieder, die ich kannte, und ich fand es einfach gigantisch! Die würd ich gerne nochmal so auf einem Konzert sehen, aber die kurze Stunde auf dem Festival haben sie wirklich gut gefüllt! :)
Danach taten meine Beine aber wirklich weh (zu norwegischer Musik kann man wirklich gut tanzen!) und wir haben uns etwas zu essen gekauft (ja, trotz der astronomischen Preise …) und uns ein bisschen The Cribs und dann Esser angehört. Leider nur aus der Ferne, dafür aber weich sitzend auf einem der tollen mit Blumen bestickten Sofas, die überall herum standen :) Esser hat mir wirklich gut gefallen, unbedingt mal bei Myspace reinhören! Inzwischen war es schon dunkler und kühler geworden und wir alle ein bisschen müde. Aber das Beste kam ja noch! Um 21:15 sollten I am Kloot spielen!
Ich bin schon ein wenig früher dort hin gegangen und konnte so den Soundcheck miterleben, den die Band selbst vornahm. Storm warning unplugged, wunderschön :) Johnny hatte die Haare ganz kurz, in “Amsterdam”:http://vreni.dasblogt.de/article/204/fucking-beautifulfucking-beautiful hatte er noch so viele Locken gehabt, dass er jetzt ganz ungewohnt aussah. Aber was solls, man erkennt ihn so oder so an seiner Stimme!
Sie haben eine ähnliche Auswahl wie im Melkweg gespielt, einige Stücke von der neuen Platte und eigentlich alle, die ich mir gewünscht habe: Astray, From your favorite sky, Because, Hey little bird, Twist und I believe. Sie waren grandios, einfach toll, und doch war es nicht das beste Konzert. Das lag aber nicht an der Band, sondern am Drumherum. Die Veranstalter hatten da irgendwie die Relationen von Laut und Leise nicht ganz verstanden. Zeitgleich lief nebenan im Partyzelt übelste Dance-Musik und die Bässe dröhnten die ganze Zeit zu uns herüber, was mich wahnsinnig gestört hat. Außerdem meinten so ein paar besoffene Holländer-Kerle, bei Life in a day mitgröhlen zu müssen. Wär ich 30 cm größer und ein bisschen versierter in Faustkämpfen gewesen, hätte ich nicht übel Lust gehabt, ihnen eine reinzuhauen. Das ist doch scheiße sowas!
Naja, aber wie gesagt, die Band war fantastisch und ich freue mich schon auf I am Kloot in Köln Ende Oktober :)
Nach I am Kloot waren wir alle ziemlich groggy und beschlossen, den Heimweg anzutreten. Da war es gerade mal halb elf und wir freuten uns schon, relativ früh im Bett zu sein. Wir wollten erst Sophia nach Nimwegen bringen und Kris und ich würden dann von dort nach Münster fahren. Drei Stunden Fahrt, sagte uns Google Maps. Nunja, leider führten eine beschissen ausgeschilderte holländische Umleitung, ein kilometerlanger Stau, dessen Ursache unergründlich war, und der Nichtbesitz einer Straßenkarte dazu, dass wir insgesamt fünf Stunden brauchten … also mit anderthalb Stunden im Stau stehen, Sophias Sachen ausladen, den Weg aus Nimwegen herausfinden und Fahrer- und Beifahrersitz wechseln. Ich war um 4h im Bett und dementsprechend unproduktiv war der heutige Tag … nunja. Trotzdem: gelohnt hat es sich auf jeden Fall! :)




