Eine Mischung aus Chillen und hin und her Hetzen – so kann man das vergangene Wochenende wohl beschreiben. Traumwetter, besser gehts gar nicht, und der Mai tut seinem Namen alle Ehre. Also lag ich Samstagnachmittag mit Sonja und Dinah im Westpark. Eigentlich hatten wir überlegt, an den Rursee zu fahren, aber das machen wir dann doch ein anderes Mal, aber Alternative Westpark war eigentlich auch gut. Also haben wir ein paar Sonnenstrahlen abgekriegt und – in meinem Fall – einen schönen Schwall Entenkacke. Es war so klar. Kackt die scheiß Ente doch im Flug direkt auf mein T-Shirt. Mein nagelneues T-Shirt, wohlbemerkt. Und ein bisschen was landete auch auf meinem Dekoltee. Lecker. Nicht. Sonja und Dinah haben sich nicht mehr eingekriegt vor Lachen und ich fands auch selber lustig, aber eben auch ziemlich eklig. Naja, ich konnte es ganz gut abwischen, aber es war trotzdem ein fieses Gefühl und später habe ich mich bei fliegenden Enten in Reichweite immer geduckt. Oh Mann :D
Samstag Abend war ich dann mit Lukas in Köln beim Konzert von Friska Viljor. Es fand in der Werkstatt in Ehrenfeld statt und als Vorband waren The Guns angesetzt. Nach ewiger Warterei haben die auch angefangen zu spielen. Der erste Eindruck: laut! Ein wenig zu laut, für meinen Geschmack. Und irgendwie nicht sehr sympathisch, zumindest der Sänger. Elvis-Tolle, nach hinten gegelte, längere Haare, rotes, enges Karohemd und hautenge, schwarze Röhrenjeans, in der sich alles anzeichnete, was man nicht sehen wollte, wenn auch nur als Silhouette. Außerdem spuckte er die ganze Zeit über sich in die Luft und die eigene Körperflüssigkeit blieb in seinem Bart hängen. Sie haben sich schon bemüht, Stimmung zu machen. Der Sänger sprang sogar ins Publikum, sang-schrie einige Zuschauer an, tanzte mit anderen und gab Lukas die Hand. Die Bemühungen waren da, einige Leute ließen sich auch mitreißen, aber bei mir sprang der Funke nicht so ganz über. Sie waren nicht schlecht, aber auch nicht so, dass ich sie unbedingt noch einmal live sehen muss.
Friska Viljor kamen nach einer weiteren ewig langen Wartepause auf die Bühne – der Gitarrist musste noch duschen. I realised that I smelled like a wet dog, erklärte er, but now I smell good! Na wenns denn sein muss. Die obligatorischen Bühnenutensilien – Hut, Hosenträger, Hemd und Krawatte – waren vorhanden. Bier in der Hand auch. Und so startete das Konzert wie erwartet mit einem viel mitgesungenen Shotgun sister. Hach, Friska! Sie habens einfach raus! Es folgten einige Stücke vom aktuellen Album, sehr gut waren z.B. I gave my life und Oh oh. Man kam aber auch in den Genuss, einige neue Lieder kennenzulernen. Sehr vielversprechend und in dem unverkennbaren Friska Viljor Stil gehalten. Je mehr Lieder sie spielten, desto ausgelassener wurden sie; der kleine, blonde Keyboarder stand irgendwann auf seinem Hocker und animierte die Menge zum Mitklatschen, der Sänger mit Hut vergaß den Text eines neuen Liedes und der Sänger ohne Hut grinste die ganze Zeit über beide Ohren (Mann, sieht der gut aus! ;) ). Nach einer guten Stunde verließ die Band die Bühne und kam kurz darauf zu einer Zugabe zurück. Das letzte Lied war dann – wieder wie erwartet – We are happy now, die schnellere Version vom Anfangsstück. Wer vorher ruhig zugehört hatte, tanzte spätestens jetzt mit, etwas Anderes wäre quasi nicht möglich gewesen. Ein schönes Konzert einer sehr sympathischen weil so menschlichen Band aus Schweden. Immer gerne wieder!
Sonntag ging das Wochenende auf dem Tivoli weiter. Es war das zweite Mal, dass ich bei einem Allemannia Spiel war, und bevor ich hier noch als Fußballfan denunziert werde, möchte ich anmerken, dass wir den Besuch eines Allemannia-Spiels der Anne zum Geburtstag geschenkt hatten. Also standen wir da 90 Minuten in der prallen Sonne. Es war wirklich sehr warm und ich war froh, dass Maike ihre Sonnencreme mitgenommen hatte. Das Spiel ging 3:0 aus und ich konnte schon mehr Lieder mitgröhlen als beim letzten Mal. Es ist ja doch eine andere Welt, aber ab und zu mal ganz lustig ;) Einen kleinen Sonnenbrand habe ich mir trotzdem geholt, und ein wenig Farbe habe ich auch bekommen! Damit bin ich meinem Ziel für diesen Sommer ein wenig näher gekommen, nämlich braun werden ohne in den Urlaub zu fahren. Tataa!
Vom Stadion fuhr ich dann zum aachener Hauptbahnhof. Ich hatte zwar noch eine Stunde Zeit, bis ich mich mit Kerstin treffen wollte, aber nach Hause zu fahren hätte sich auch nicht mehr gelohnt. Also saß ich mit der ZEIT Campus auf dem Schoß in der Sonne und bildete und bräunte mich. Dat is Leben, sach ich dir! ;) Eine gute Stunde später saßen Kerstin und ich im Zug nach Köln, denn dort wollten wir Tobi treffen und unseren lange geplanten Tatort-Kneipen-Besuch in die Tat umsetzen. Haben wir auch gemacht, allerdings war es ein wenig enttäuschend. Selbstverständlich sitzt man bei dem tollen Wetter eher im Park und grillt, anstatt in einer mit Ledersofas und Leinwand ausgestatteten Bar/Lounge/Whatever Tatort zu gucken. Nunja, wir sind trotzdem ins All Area gegangen. Es lief ein österreichischer Tatort, was leider dazu führte, das man nicht alles verstand. Ich habe auch schon bessere Krimis gesehen. Es war ganz nett, allerdings hatte ich mir die ganze Atmosphäre ein wenig ausgelassener vorgestellt. Aber es hat wirklich jeder für sich den Film geguckt und nachdem er zu Ende war, war die Bar auch ziemlich schnell ziemlich leer. Wir sind dann auch direkt nach Aachen zurückgefahren. Ich war sowieso relativ müde vom In-der-Sonne-Stehen und war ganz froh, als ich schließlich in mein Bett fallen konnte.
Alles in allem ein ziemlich cooles Wochenende, das wirklich Spaß gemacht hat!