29. April 2008

Nachruf für Minka



Ich habe es immer noch nicht begriffen, ich könnte den ganzen Tag heulen beim Gedanken daran – dass meine Minkse, mein kleines süßes Kätzle – letzten Donnerstag gestorben ist. Sie hatte Atemnot und es war besser so; sie hatte ein wunderschönes Leben und hat nicht leiden müssen. Trotzdem ist es schwer, sehr sogar, und es wird sicher noch schwerer, wenn ich das nächste mal nach Münster komme und sie nicht mehr da ist. Ich weiß noch genau, wie sich ihr Fell anfühlt, wie es sich anfühlt, wenn sie einem ins Ohr schnurrt oder einem auf dem Bauch herumtretelt. Ich kann sie immer noch miauen hören und wie sie manchmal verrückt durch die Gegend gesprungen ist. Die Welt ist so unfair. Fast zehn Jahre hat sie bei uns gelebt und es war sicher das beste Leben, das sich eine Katze wünschen konnte.
Während ich das hier schreibe, fließen wieder die Tränen, aber es muss einfach sein. Letzte Nacht konnte ich vor Traurigkeit kaum schlafen und ich muss fast permanent an sie denken. Das wird abnehmen mit der Zeit, irgendwann wird die größte Trauer überwunden sein und ich werde eines Tages vielleicht sogar eine neue Katze haben. Aber vergessen werde ich sie nie, meine kleine Minkse.

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26. April 2008

Rudi rockt SoSe 08



rudirocktss08 Vorgestern hieß es in Aachen wieder kochen, essen, rocken, denn mit 1008 Teilnehmern war Rudi rockt wieder am Start. Maike und ich auch – als altbewährtes Kochteam hielten wir Kochlöffel und Suppenkelle bereit, um uns zum dritten Mal der Herausforderung zu stellen, vier fremde Menschen zu bekochen.
Wie immer war es alles etwas knapp: Anmeldeschluss war der 23.4. morgens, die Routen sollten laut Organisatoren gegen 10h verfügbar sein und um 11h wollten wir einkaufen fahren, da das sonst mit der Uni nicht so hingehauen hätte. Nunja, um 11:30 waren die Routen immer noch nicht online und wir waren schon kurz davor, einfach auf gut Glück für die Vorspeise einzukaufen – die hatten wir immerhin die letzten beiden Male auch -, aber dann haben wir uns doch für die sichere Seite entschieden und ich habe in der Rudi rockt-Zentrale angerufen. Netterweise haben uns die Jungs da dann auch gesagt, welchen Gang wir kochen sollten. Hauptspeise. Volltreffer. Unsere tolle Dipp-Vorspeise konnten wir also vergessen und mussten uns nun innerhalb von kürzester Zeit eine Hauptspeise überlegen. Wir haben uns dann für Tortilla Wraps entschieden. Einfach, lecker, für jeden Geschmack etwas. Also sind wir im Eiltempo einkaufen gefahren und konnten uns mit vollem Kühlschrank auf den nächsten Tag freuen.
Donnerstag Nachmittag haben Maike und ich schon einmal die Tischdeko aufgebaut und Gemüse geschnibbelt. Es will ja alles gut vorbereitet sein, wenn wir von der Vorspeise wiederkommen und dann schnell unser Essen vorbereiten müssen. Die Vorspeise fand ebenfalls im Halifax statt, eine Etage weiter oben, und trotzdem kamen wir zu spät, weil wir uns verlaufen hatten. Nun gut, wir sind immerhin angekommen und kamen in eine Küche voller Leute, da diese doppelt belegt war. Also fand die Vorspeise mit zwölf Leuten statt und wurde auf Balkon und Küche verteilt. Es gab Taco-Auflauf und griechischen Salat. Sehr lecker, aber leider im Grunde das, was wir auch vorbereitet hatten. Aber es war sehr nett, wir haben uns gut unterhalten und wankten schon ein wenig, als wir in unsere Küche zurückgingen. Hier wurde dann noch schnell das Hackfleisch gebraten, die Wraps vorgewärmt und dann kamen auch schon unsere Gäste. Wir waren eine reine Mädelsrunde – oh Wunder! Zwei Maschinenbauerinnen, zwei Bauingenieurinnen und wir. Es war wirklich lustig und hat echt Spaß gemacht. Allein unter Frauen, wann hat man das schon in Aachen?
Die Nachspeise sollte mehr in Stadtnähe stattfinden, also haben wir uns, sportlich wie wir sind, aufs Fahrrad geschwungen und sind losgeradelt. Diesmal bestand die Runde aus vier Jungs und uns. Alles Maschis, deshalb war es umso lustiger, dass sie uns abkauften, dass wir E-Technik studierten ;) Die Nachspeise selber war einfach nur lecker: Beeren-Crumble mit Vanilleeis. Mmmmh! Die Typen waren ganz nett, aber leider auch etwas merkwürdig und ich war bald ein wenig genervt. Später kamen noch Leute, die die Gastgeber kannten, und Maike und ich machten uns bald auf den Weg zur Party. Nicht so der Abschluss, den man sich wünscht, aber was solls.
Die Party fand im Tanzpalast und im B9 statt, wobei es die Mehrheit eindeutig in den Tanzpalast zog. Als wir ankamen, war es noch relativ leer, füllte sich aber innerhalb der nächsten Stunde und bald waberte die Partymeute als schwitzende tanzende Masse durch den Raum. Es war aber wirklich ganz lustig, die Musik war ganz gut und die Leute ziemlich cool. Wir haben alte und neue Rudirockt-Bekannte wieder getroffen, getanzt und Spaß gehabt und so gegen 4h morgens sind wir dann die Heimreise angetreten.
Alles in allem ein schönes Koch-Event, wenn auch immer noch nicht so geil wie vor einem Jahr. Trotzdem – nächstes Mal sind wir wieder dabei :)

17. April 2008

Charlotte Roche liest “Feuchtgebiete” in Aachen



charlotteroche Gestern war sie nun endlich in Aachen, die bezaubernde Charlotte Roche, und im Gepäck hatte sie ihr skandal- und hype-umwogtes Buch Feuchtgebiete. Der Ballsaal in Aachen war ausverkauft und als sie in ihrem orangen Pullöverchen, der sich furchtbar mit dem Pink ihres Buches biss und deshalb umso mehr hervorstach, auf die Bühne gehüpft kam, war die allgemeine Freude groß und die Spannung darauf, was denn da kommen sollte, stieg ins Unermessliche. Nun, was soll ich sagen, sie las und las und las und das Publikum lachte, ekelte sich und lachte. So detailliert die Beschreibungen der ekligsten Stellen des menschlichen Körpers – über die man höchstens mal mit seiner besten Freundin spricht, und selbst dann nicht so direkt wie Charlotte es tut – auch waren, Charlotte las es ohne rot zu werden, ohne auch nur einmal ins Schleudern zu geraten, sondern mit genüsslichen Betonungen, die manchem Zuhörer sicher die Schamesröte ins Gesicht trieben. Als sie zu einer Gleitmittelmarke namens “Pjur” kam und diese Pijour aussprach, korrigierte sie ein Typ aus dem Publikum, es spreche sich wie man es schreibt, also wie das englische Wort pure. Charlotte machte ganz große Augen, man konnte quasi die Rädchen bei ihr rattern sehen, und dann sprang sie von der Bühne, rannte den Gang zwischen den Sitzreihen entlang, und bedankte sich bei dem mit Sicherheit im siebten Himmel schwebenden Gleitcremenamenbesserwisser mit Küsschen links und rechts. Auf die Frage, ob er es selbst benutzte, folgte ein klares Nein! ;) Ich glaube, wenn ich das Buch selbst gelesen hätte, hätte ich es nach ein paar Seiten weggelegt, aber wie Charlotte es vortrug, war es einfach nur gut. Vielleicht kaufe ich mir einfach das Hörbuch? Oder doch beides? :)
Nach der – wie ich finde, viel zu kurzen – Lesung durfte man noch Fragen stellen. Ich habe mich da mal schön zurückgehalten, während andere Leute fragten, wieviel von der Protagonistin Charlotte selbst sei – viel und auch viel nicht ;) -, was ihre Eltern dazu sagen – sie dürfen das Buch nicht lesen -, und ob sich schon Eltern beschwert hätten, weil ihre zwölfjährige Tochter Sachen aus dem Buch nachgemacht hätte. Alles in allem kann ich Miriams Begeisterung verstehen, mir ging und geht es ähnlich, einfach eine großartige Frau!

Foto von Welt online.

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