27. März 2008

Teitur, the Singer



teitur Gestern waren Jojo und ich zu Gast im Gleis 22 in Münster bei dem wunderbar tollen Konzert von Teitur.
Es fing an mit dem Auftritt der Vorband Brisa Roché, noch nie gehört und der erste Eindruck war etwas komisch. Meiner Meinung nach war das erste Lied nicht so geeignet als Opener, dafür waren die folgenden Stücke um Einiges überzeugender. Die Sängerin erinnerte mich stark an Björk, sowohl von ihrem Erscheinungsbild, als auch von ihrer Stimme her. Auch der Musikstil ähnelte dem von Björk teilweise sehr, war andererseits aber auch wieder ganz gegensätzlich. Man kann ihn vielleicht als eine Mischung aus Stars, Kate Nash und Björk definieren. Was ich sehr beeindruckend fand, war der enge Kontakt zum Publikum, den die Band, und besonders die Sängerin, aufzubauen versuchte. Ihren Gesang untermalte sie durch zahlreiche ausschweifende Gesten. So wirkten manche Lieder ein wenig sphärisch oder esoterisch, was aber nicht unbedingt negativ ist! Man hatte das Gefühl, das gesamte Klang-Spektrum zu erkunden und als sie von der Bühne gingen, war es eine Mischung aus Endlich-fängt-Teitur-an und Geht-noch-nicht-wir-wollen-mehr. Leider gibt es noch keine CD von ihnen, die hätte ich glatt gekauft. Aber man darf noch auf Großes hoffen :)
Nach einer kleinen Pause trat dann Teitur auf die Bühne und kündigte an, dass es gleich losginge, aber vorher würde noch sein Freund aus Island ein paar Lieder singen. Dieser Freund stellte sich als der sehr jungenhaft aussehende, unscheinbar wirkende, aber sympathische Helgi Hrafn Jónsson heraus. Er spielte drei Stücke, die mich allesamt vom Hocker hauten, und machte zwischendurch immer wieder Ansagen – auf deutsch mit österreichischem Dialekt!! Einfach nur gut, ich habe sehr gelacht :D Mich hat allerdings sehr überrascht, dass er schon lange Erfahrungen im Musikgeschäft gesammelt und seit 2005 eine Platte veröffentlicht hat – so hat er einfach nicht gewirkt.
Nach diesem kleinen Vorgeschmack – Helgis Stil kam dem von Teitur schon sehr nahe -, trat nun endlich Teitur mit Band (in der auch wieder Teiturs isländischer Kumpel mitspielte) auf die kleine Bühne des Gleis’. Auch hier fand ich den Auftakt etwas misslungen: es ging los mit drei oder vier Liedern von dem neuen Album The Singer, die nach Teiturs eigenen Worten sehr theatralisch waren, wobei das fast noch untertrieben ist. Sehr langsam, sehr breit und irgendwie bedrohlich. Dabei war allerdings großartig, dass er – wie der Sänger von Sigur Rós – seine Gitarre mit einem Cellobogen spielte! Allerdings war es gar nicht das, was ich von ihm erwartet hatte und völlig anders als die älteren Lieder. Ich fing schon an, enttäuscht zu sein, als er mit einem Lied von seinem zweiten Album Stay under the Stars auftrumpfte. Es folgten eine Reihe von älteren Stücken, darunter auch wunderschöne Lieder wie Josephine, I was just thinking oder Louis Louis. Zwischendurch witzelte der Singer and Songwriter immer wieder mit seiner Band und besonders mit Helgi Jónsson, der immer wieder genötigt wurde, Songtitel auf österreichisch zu übersetzen. Sehr symaptisch wirkte das, Humor ist eben nach wie vor ein Allheilmittel. Irgendwann spielte Teitur ein Lied aus seiner Heimat, den Färöer-Inseln, was sich irgendwie lustig anhörte. Und sehr schön!
Als die Band sich von der Bühne verabschiedete, blieb lediglich Teitur hinter dem Mikro stehen, ohne Gitarre. Als er seine Stimme erhob, waren die Lacher auf seiner Seite, denn man verstand den Text ziemlich gut und der passte wie Faust aufs Auge zum Titel seiner aktuellen Platte. Es ging um sein Dasein als Sänger und dabei nahm er sich selbst etwas auf die Schippe. Ganz groß, das! Dementsprechend laut und protestierend war auch der Applaus, als auch er von der Bühne ging, und nach ein paar Minuten ließ Teitur sich zu einer Zugabe hinreißen. Die war nur gut, denn hier spielte er begleitet von Bass, Schlagzeug und Posaune eine sehr tanzbare Version von Jerry Lee Lewis’ Hit Great Balls of Fire. Wenn das Unmögliche der Fall hätte sein können, dass die Begeisterung bis zu diesem Punkt ausblieb, so wäre sie spätestens hier geweckt worden!

Ganz, ganz groß!

Leider musste Jojo schon etwas früher gehen, also ging ich, um nicht ganz unbeschäftigt auszusehen, nach der Zugabe noch zum Merchandise-Stand, wo ich die CD vom mir vorher unbekannten Helgi Jónsson entdeckte und sofort kaufte. Ein Papp-Booklet und nur sechs Lieder, aber eine Chance, an die Musik heranzukommen! Ich spitzte die Ohren, als ich von der Seite hörte, dass Teitur gleich herauskommen und CDs signieren würde, und lungerte so ein wenig länger als nötig dort herum. Schließlich kamen sie dann beide, Teitur und Helgi, und da es ja seine CD war, fragte ich letzteren, ob er sie signieren könnte, was er auch lächelnd und nach meinem Namen fragend tat. Auf deutsch und in einer sehr krakeligen Schrift steht jetzt also auf der Innenseite meiner CD-Hülle geschrieben: Für Verena, ich hoffe, dir taugt die Musik. Alles Liebe und dann folgt eine noch krakeligere Unterschrift. Yay :) Und wie die Musik etwas taugt!
Von den Teitur-Merch-Artikeln fand ich nichts wirklich umwerfend, erst recht nicht bei den Preisen, also kramte ich mein kleines Gleis 22-Ticket hervor und fragte ihn, der schon fleißig am signieren war, ob er darauf unterschreiben könnte. Um noch etwas mehr zu sagen, fragte ich außerdem, ob man auf Färöer isländisch oder dänisch spreche, woraufhin er antwortete, dass sie ihre eigene Sprache hätten, quasi eine Mischung aus isländisch, dänisch und schwedisch. Nunja, etwas anderes fiel mir in dem Moment nicht ein, das ich hätte sagen können :D Im Nachhinein hätte ich bemerken sollen, dass ich wirklich gerne You’re the ocean gehört hätte, das er leider nicht gespielt hat, und ob er das vielleicht in Köln spielen könnte.
Denn ich bin schwer am überlegen, am 1.4. noch einmal zum Konzert im kölner Prime Club zu gehen … :) We’ll see!

25. März 2008

Lieblingstier: Katze



minkse

Wahrscheinlich würde jedes zweite Mädchen im Poesiealbum der Freundin bei der Frage nach dem Lieblingstier Katze angeben, alternativ zu Pferd oder Delfin. Ich bin da nicht anders, allerdings habe ich dafür einige gute Gründe, die ich eben, als mein Kätzchen schnurrend neben und auf mir im Bett lag, noch einmal bestätigt fand.

Katzen (und meine Minka im Besonderen) sind toll, weil:

… sie einfach auf mich drauftapst, ohne zu fragen, da sie weiß, dass ich gar nichts dagegen haben kann.
… ihr Blick Zuneigung, Stolz und Eigensinn sowie Wohlfühlen pur verrät.
… ihr Fell so flauschig weich und glatt ist; es ist, als würde man in Watte fassen, nur wärmer.
… sie ein so schön beruhigendes Schnurren von sich geben. Mir fällt kein besseres Geräusch dafür ein, seine Zufriedenheit auszudrücken, als dieses monotone Geräusch, das sich bei besonders viel Wohlgefühl zu einer Mischung aus Gurren und Schnarchen steigern kann :D Einfach ein schönes Geräusch!
… sie sich so bedächtig bewegen, sich Zeit nehmen, einen Schritt zu gehen, und diesen dann umso entschlossener vornehmen.
… zumindest meine Minkse von der Seite immer aussieht, als würde sie lächeln!
… sie mich genau spüren lässt, ob sie mir gerade wohl gesinnt ist oder nicht. Diese Zuneigung drückt sich im Treteln, Schnurren, zaghaften Knabbern an der Hand und dem Anschmiegen des Köpfchens fabelhaft aus :)
… sie manchmal ohne ersichtlichen Grund ein niedliches Miauen verlauten lassen, als ob es irgendetwas Wichtiges gebe, das sie unbedingt loswerden müssten.
… sie einfach grenzenlose Ruhe ausstrahlen.

23. März 2008

Haldern 2008: Es wird ein Fest!



pst Ich habe ja schon seit Weihnachten meine Karte fürs diesjährige Haldern Pop Festival im Regal liegen, ohne beim Kauf der Karte zu wissen, wie das Line-Up überhaupt aussehen würde.
Mittlerweile haben einige Bands bestätigt, und ich kann nur sagen, es wird so gut! Ich freue mich dabei ganz besonders auf Okkervil River, die Editors, Iron and Wine, die Kilians und Ólafur Arnalds. Auf den Rest bin ich aber auch sehr gespannt, genauso wie auf die nächsten Bestätigungen!
Meine Hoffnungen auf Sigur Rós und Stars habe ich ja mittlerweile schon aufgegeben, die spielen beide beim Hurricane und ich könnte weinen beim Gedanken an eine verpasste Chance, Sigur Rós einmal live zu sehen. Vielleicht fahre ich ja doch noch hin?! Man wird sehen.

Aber: Mit dem Haldern im Rucksack kann der Sommer nur ein Fest werden :)

Achja, und frohe Ostern! :D

Das Bild stammt von Juttaschnecke, gefunden bei Photocase.

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