15. Januar 2008

Innere Uhr, sei bloß ruhig!



Also das kann doch nicht wahr sein! Da muss ich drei Tage hintereinander um halb sieben aufstehen, weil ich so früh zur Arbeit bzw. zur Uni muss. Dann kann einmal bis 9:45 schlafen, worauf ich mich schon total gefreut habe – und dann wach ich ab 6 Uhr regelmäßig alle halbe Stunde auf. Ich könnte ja verschlafen! Diese überpünktliche innere Uhr kann manchmal schon echt nerven. Also ehrlich. Nunja, jetzt bin ich eben schon wach, was solls. Grrr.

-.-

7. Januar 2008

Gehwegimpressionen



Wer macht es nicht – Leute beobachten! Im Wartezimmer, an der Bushaltestelle, im Bus, in Geschäften in der Warteschlange usw. Davon kann sich sicher keiner freisprechen, auch ich nicht. Nun ja, ich war heute in der Stadt unterwegs und habe einen facettenreichen Eindruck über die Aachener erhalten können. Hier ein kleiner Ausschnitt meiner Gehwegimpressionen:

  • Es ist wirklich faszinierend, was Menschen unbewusst beim Lesen für Grimassen ziehen können. In ein anscheinend spannendes Buch vertieft zog eine junge Frau Mitte 20 ganz plötzlich die Augenbrauen hoch, legte ihre gepudert Stirn in Falten und man konnte ihrem weit geöffneten Mund förmlich das stumme “Oh mein Gott! Wie krass!” oder so ähnlich entnehmen. Nach diesem Ausbruch ihrer Mimik vertiefte sie sich erneut ins Buch und war – schwupps! – wieder in diese andere Welt verschwunden.
  • Im Wartezimmer des Frauenarztes saß mit gegenüber eine Frau, die eine unglaubliche Ausstrahlung hatte, was wohl daran lag, dass sich deutlich der sehr runde Babybauch unter ihrem Pullover abzeichnete. Neben ihr saß der werdende Vater, sie strahlten sich an, und er streichelte ihren Bauch, woraufhin sie zärtlich seine Hand nahm. Man konnte das Glück der beiden förmlich im Raum vibrieren hören. Einfach schön und rührend, so etwas mitzubekommen.
  • Die Deutsche Post AG ist wirklich unfähig, einen vernünftigen, die Bedürfnisse ihrer Kunden befriedigenden Briefmarkenautomaten aufzustellen. Unglaublich. Nachdem ich nach endlosem Warten endlich an der Reihe war – die Leute vor mir kamen auch nicht wirklich mit der Bedienung dieser Maschine klar -, tippte ich die Anzahl (neun) und den Wert (1,45€) meiner Briefmarken ein, und fing an, die Münzen einzuwerfen. Denn Scheine nimmt der Automat ja nicht. Und Wechselgeld gibt es nur in Form von Briefmarken. Nun ja, als ich fast den kompletten Betrag von 13,05€ eingeworfen hatte, zeigte mir der Bildschirm an, dass die maximale Anzahl von 15 Münzen erreicht war! Ich hätte dem Ding fast einen Tritt versetzt, das kann doch wohl nicht wahr sein! Nun ja, also habe ich die ganzen Briefmarken schon einmal aufgeklebt, um dann noch eine mit einem Wert von 65ct. drucken zu lassen. Auf einem meiner Briefumschläge war daraufhin ein Wust von Briefmarken mit den lächerlichsten Beträgen zu sehen. Das kann doch wirklich nicht wahr sein! Arrh!
  • Ich ging dann noch kurz zu Aldi, um noch das Nötigste einzukaufen – Marmelade, Käse, Knoblauchbaguette und eine Gurke ;) Vor mir an der Kasse stand ein junger Mann, der auf seinem Kickboard unterwegs war, und zwei Pizzas sowie eine Voll- und eine H-Milch kaufte. Irgendwie ein lustiger Anblick :D
  • An der Bushaltestelle musste ich mal wieder viel zu lange warten – die ASEAG kann sich mit der Post zusammen tun! – und wurde so Zeugin der pubertären Verhaltensweisen noch nicht ganz geschlechtsreifer Großstadtkinder zur Paarungszeit. Oder so ähnlich. Jedenfalls standen neben mir zwei Mädels, die ich vielleicht auf 14 oder 15 Jahre schätzen würde. Beide die gleiche gestylte Frisur mit dem obligatorischen Haarreifen, riesige Creolenohrringe, beide das gleiche rot-weiße Tuch um den Hals, das eine rosa, das andere weiße Sneaker an den Füßen. Und dazu natürlich die Pringlesdose in der einen Hand, den iPod in der anderen. Sie haben sich nicht unterhalten, sondern ihre Musik – leider hörbar laut und schief – mitgesungen, sich irgendwelche vielsagenden Blicke über die anderen Leute an der Bushaltestelle zugeworfen und sich für die Königinnen ihrer kleinen Teenie-Bushaltestellen-Welt gehalten. Sie stiegen dann auch in den selben Bus wie ich und saßen quasi einen Platz von mir entfernt. Nervig. Jedenfalls fand ich es sehr amüsant, wie das eine Mädel sich mit seinem manikürten Fingernagel am gepiercten Stupsnäschen kratzte, um dieses dann kräftig und geräuschvoll hochzuziehen. Die lästernden Blicke gingen die ganze Fahrt über zwischen den beiden hin und her und ich war wirklich froh, als sie aus meinem Blickfeld verschwunden waren. An der nächsten Bushaltestelle stieg allerdings das nächste Exemplar ein, geschmückt mit rosa Daunenjacke und den obligatorischen iPod-Ohrsteckern.

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