Montagabend in der Bahn. Ich suche mir einen Sitzplatz, lasse mich fallen und will mir automatisch die Kopfhörer in die Ohren stecken, als ich sehe, dass wieder einer dieser vermalledeiten Straßenmusiker einsteigt. Auf dieses Getröte habe ich mal so gar keine Lust. Doch nach den ersten Tönen, die der Musiker seinem Instrument entlockt, lasse ich die Kopfhörer wieder sinken. Da steht er, dieser unauffällige Mann mittleren Alters, ausgefranste Jeans, grauer Pulli, unter dem sich ein Bierbauch abzeichnet, schwarze Weste und auf dem Kopf eine dunkelblaue Kappe mit rotem Schriftzug: Obstgarten. Und ausgerechnet dieser Mann setzt die Querflöte an seine Lippen und spielt wie ein junger Gott! Ich bin ganz hingerissen und merke, wie der montägliche Stress von mir abfällt, während ich aufmerksam zuhöre. Mir gegenüber sitzt eine Frau in meinem Alter, die von der Musik ebenso gebannt ist. Ab und an werfen wir uns einen Blick zu und lächeln uns an, denn wir denken gerade genau dasselbe. Was für eine Musik, was für eine Freude! Der Musiker hört erst nach zwei S-Bahn-Stationen auf zu spielen. Als er die Flöte absetzt und erwartungsvoll in die Runde guckt, applaudieren wir begeistert. Ich werfe dem Musiker etwas Geld in die dunkelblaue Kappe mit dem roten Schriftzug: Obstgarten und füge noch schnell ein “Großartig!” hinzu. Er bedankt sich mit einem funkelnden Blick aus seinen kleinen, freundlichen Augen.

Made my day!

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Letztens in der S-Bahn. Zwei gestylte Jungs, etwa 12 Jahre alt, steigen ein und setzen sich, jeder eine Dose mit irgendeinem Erfrischungsgetränk in der Hand, auf zwei gegenüberliegende Gang-Plätze. Ich stehe in ihrer Nähe, kriege das Gespräch zunächst zufällig mit, und höre irgendwann, innerlich prustend vor Lachen, gespannt zu. Einige Gesprächsfetzen möchte ich euch nicht vorenthalten.


Junge 1: Wenn wir erstmal Abi haben! Du machst doch auch Abi, oder? Sonst schlag’ ich dich!
Junge 2: Klar mach’ ich Abi!
Junge 1: Und dann ziehen wir zusammen! Und dann zerreißen wir unsere Zeugnisse und gehen feiern!

Junge 1: Ich würd’ ja gern mal eine Zigarette drehen.
Junge 2 (erschrocken): Wie?
Junge 1: Also nicht rauchen, aber drehen können würd’ ich die gern.

Junge 1: Wenn ich ‘ne Freundin hätte, bei dir wüsste ich genau, dass du nichts mit ihr anfangen würdest.
Junge 2: Jo.
Junge 1: Und wenn, dann würd’st du’s mir sagen.

Junge 1: Kennst du Halle Berry?
Junge 2 nickt.
Junge 1 (verträumt): … die schönste kurzhaarige Frau der Welt!


♥ Wenn das unsere Zukunft ist, besteht ja noch Hoffnung!

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Heute Morgen in der S-Bahn. Gerade höre ich Thees Uhlmanns “Paris im Herbst”, schwelge im Sonnenlicht und erfreue mich an der funkelnden Spree, die wir gerade überqueren. Am Treptower Park steigt eine Frau ein und greift wie gewohnt nach einer Haltestange. Nur handelt es sich dabei in Wirklichkeit um einen langen Bambusstab, der einer anderen Frau gehört, die ihn senkrecht vor sich hingestellt hat und festhält. Als die Beteiligten und die Umstehenden, die es mitbekommen haben, begreifen, was gerade passiert ist, brechen alle in lautes, herzliches Lachen aus, und noch Minuten später sieht man immer wieder ein Grinsen auf den Gesichtern. In Berlin! Am frühen Morgen! An einem Montag! Einfach herrlich! ♥

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